Mundhygiene
Zahnpflege und Mundhygiene

Seit Jahren ist bekannt, dass gesunde Zähne in einem intakten Umfeld für den gesamten Körper wichtig sind. Die Gesundheit des Menschen beginnt im Mund. Stimmt die Mundhygiene nicht, können bakterielle Entzündungen das Zahnfleisch schädigen. Das sogenannte Saumepithel, welches der Abdichtung von Körperinneren und der Mundhöhle dient, kann zerstört werden und Zahnfleischtaschen können entstehen.

Durch diese Zahnfleischtaschen ist es den Bakterien möglich in den Blutkreislauf des Menschen einzudringen und den ganzen Organismus zu schädigen. Oftmals wird das Immunsystem belastet und dies kann weitere gesundheitliche Folgen haben.
Eine schlechte Mundhygiene steht nicht selten im Zusammenhang mit Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems, respiratorischen Erkrankungen, Diabetes mellitus oder anderen systemischen Erkrankungen.

Heutzutage stehen Ihnen eine Breite an verschiedenen Verfahren der Mundhygiene - angefangen bei der häuslich-primären und präventiven Prophylaxe bis zur professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt - zur Verfügung.

Neben der Vorbeugung von Erkrankung steht eine ästhetisch ansprechende, positive Ausstrahlung, durch eine sogenannte schöne Rot-Weiße-Ästhetik, nachweislich für privaten und beruflichen Erfolg.

Zähneputzen

Das Zähneputzen ist nicht nur zur Beseitigung von Speiseresten wichtig, sondern vielmehr zur Entfernung von Plaque und Zahnbelägen (sog. Biofilme). Dieser Belag aus Bakterien ist besonders gefährlich für die Zähne.

Der Biofilm ist eine Zusammensetzung verschiedener Bakterien auf den Zähnen, welcher nach 3 Tagen kariogen, also kariesbildend, wird. Bakterien, wie Streptococcus mutans, bilden zusammen mit zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken Milchsäuren, die den Zahnschmelz angreifen und Karies verursachen können.

Es reicht allerdings nicht aus, sich nur alle 3 Tage die Zähne zu putzen. Da es in einem gesunden Gebiss 128 zu reinigende Zahnflächen gibt und der Mensch im Durchschnitt nur 52 Sekunden putzt, ist ein zweimaliges Zähneputzen am Tag und professionelle Zahnreinigungen notwendig um effektiv gegen den Zahnbelag vorzugehen.

Nach 6-8 Tagen mangelnder Mundhygiene kann sich bereits eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entwickeln, die sich über Monate und Jahre in eine Parodontitis verändern kann.

Da das Zähneputzen mit einer einfachen Zahnbürste oft nicht ausreicht um effektiv alle Flächen der Zähne zu reinigen, gibt es heute eine Vielfalt an Hilfsmitteln zur Zahnreinigung

Zahnpflege und Mundhygiene mit der Zahnbürste

Zahnbürsten

Durch die Vielzahl an Formen, Größen und Härten der Zahnbürste auf dem Markt fällt es oftmals nicht leicht die richtige Zahnbürste zu finden. Grundsätzlich sollten Sie zu der Zahnbürste greifen, mit der Sie am besten und am effektivsten Zahnpflege betreiben können. Vermeiden Sie jedoch Zahnbürsten mit sehr harten Borsten. Weiche Zahnbürsten eignen sich am Besten zum Entfernen von Plaque und Speiseresten von den Zähnen. Zudem sind Zahnbürsten mit kleineren Köpfen zu empfehlen, da diese es ermöglichen alle Bereiche des Mundes besser zu erreichen, auch die schwieriger zu erreichenden hinteren Zähne. Eine gute Alternative zu manuellen Handzahnbürsten bieten Ultraschallzahnbürsten und elektrische Zahnbürsten mit oszillierend-rotierendem Kopf. Die im Trend liegenden Mundduschen erfüllen alleine die Anforderung einer gründlichen Zahnreinigung nicht und können das Zähneputzen mit einer Zahnbürste und die Pflege der Zahnzwischenräume nicht ersetzen.

Sie sollten Ihre Zahnbürste regelmäßig in Abständen von 6-8 Wochen, spätestens nach 2-3 Monaten, ersetzen oder bereits eher, sobald diese Abnutzungserscheinungen aufweisen sollte.

Nach der Aufnahme einer säurehaltigen Speise oder eines säurehaltigen Getränks, wie z.B. Obst, Softdrinks oder Säfte, sollte mit dem Zähneputzen mindestens 45 Minuten gewartet werden, da die Säure den Zahnschmelz vorübergehend anätzt.

Zahnpasta

Die üblichen Bestandteile der Zahnpasta sind Wasser, Bindemittel, Fluoride und ätherische Öle.
Die Fluoride der Zahnpasta reagieren mit dem im Speichel vorhandenem Kalzium. Folglich entsteht ein starkes Salz, das Kalziumfluorid (CaF2), welches sich als Granulat auf die Zähne legt und diese vor dem Angriff von Bakterien schützt. Entgegen vieler Meinungen ist das Fluorid der Zahnpasta nicht schädlich für die Gesundheit, da es sich nicht um den chemischen Stoff Fluor handelt, welches tatsächlich giftig ist, aber wegen seiner Instabilität nicht verwendet wird. Die in der Zahnmedizin eigesetzten niedrigen Dosierungen von Fluorid zur Kariesprophylaxe sind unschädlich.

Für Erwachsene empfiehlt sich eine fluoridhaltige Zahnpasta mit 1000-1500 ppm (Teile pro Millionen). Bei Kindern sollte eine bis zum 6. Lebensjahr eine Zahnpasta mit 250-500 ppm verwendet werden.

Achten Sie darauf, dass in der Zahnpasta nicht zu viele Schmirgelstoffe enthalten sind. Während es für den Zahnschmelz, welcher die härteste Substanz des menschlichen Körpers darstellt, relativ unerheblich ist, wie stark die Schmirgelstoffe in der Zahnpasta sind, reagiert das Dentin der Zahnwurzel bei freiliegenden Zahnhälsen und falscher Zahnputztechnik empfindlich auf die Schmirgelstoffe. Es empfiehlt sich eine Zahnpasta mit 40-80 RDA (Maß für die abtragende Wirkung) zu benutzen.

Zahnpflege und Mundhygiene mit Zahnseide

Zahnseide & Interdentalbüsten

Die Zahnseide ist ein besonders empfehlenswertes Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Es gibt verschiedene Zahnseiden, wie z.B. Floss, gewachste, beschichtete oder unbehandelte Zahnseide. Inzwischen gibt es ebenfalls unterschiedlich dicke Zahnseiden für die Reinigung unter Brücken, mit denen Sie auch in schwer zugängliche Zwischenräume einfädeln können. Eine effektive Zahnseide zur Entfernung von Zahnbelägen ist eine Zahnseide mit flauschigem Mittelstück, wie z.B. Superfloss von Oral-B.

Lassen Sie sich gerne von unserem Praxisteam die richtige Verwendung von Zahnseide zeigen. Gerne empfehlen wir Ihnen auch eine individuell auf Ihre Zahnsituation abgestimmte Zahnseide.

Sollten Sie mit der Zahnseide nicht zurecht kommen oder diese nicht mögen, nehmen Sie stattdessen Interdentalbürsten.

Mundspülungen

Wirksames und regelmäßiges Zähneputzen ist oft nicht ausreichend um den Mund gesund zu halten, denn schwer zugängliche Bereiche, wie die Zahnzwischenräume werden dadurch nicht effektiv gereinigt. Neben der Verwendung der Zahnseide bietet sich auch eine Mundspülung als zusätzliches Hilfsmittel zur optimalen Reinigung des Mundes an. Beachten Sie jedoch, das Mundwässer, Mundspülungen und Mundspüllösungen nicht dasselbe sind. Mundwässer sind für die Erfrischung geeignet. Mundspülungen hingegen eignen sich für den leicht antibakteriellen Effekt und zur Unterstützung der Mundgesundheit. Mundspüllösungen mit Chlorhexidin werden als antibakterielles Medikament vom Zahnarzt verschrieben.

Zur täglichen häuslichen Prophylaxe und Anwendung haben sich Mundspülungen von LISTERINE oder von Oral-B bewährt. Es konnte nachweislich bewiesen werden, dass Mundspülungen dem Erhalt des natürlichen Gleichgewichts der Mundflora dienen.

Gerne beraten wir Sie persönlich und umfassend zur Mundhygiene und zu individuellen Therapien für Ihre Mundgesundheit.